BILDUNGSSTREIK WUPPERTAL

Wuppertaler Forderungen

BUNDESWEITE FORDERUNGEN

Wir unterstützen die bundesweiten Forderungen des Bildungsstreiks 2009. Nämlich:

1. Soziale Öffnung der Hochschulen!
2. Abschaffung von Bachelor/Master in seiner derzeitigen Form!
3. Demokratisierung des Bildungssystems!
4. Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen!

Da die Krise im Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland unserer Meinung nach enorm tiefgreifend ist, stellen wir im Folgenden differenziert unsere Forderungen dar, die zum einen die Landesebene betreffen und schließlich direkt die Zustände an der Bergischen Universität Wuppertal.

LANDESWEITE FORDERUNGEN

Von der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen fordern wir:

1. Die sofortige Abschaffung der Studiengebühren und ein generelles Studiengebührenverbot, welches in der Landesverfassung verankert ist!

2. Eine massive Aufstockung des Bildungsetats!

3. Eine Aufstockung des Erziehungs- bzw. Lehrpersonals an Kindergärten, Schulen und Hochschulen auf ein angemessenes Niveau!

4. Kindergeld bis zum Ende der Ausbildungszeit!

5. Elternunabhängige BAföG-Unterstützung, die angepasst ist an die Durchschnitts- und nicht an die Regelstudienzeit!

6. Abschaffung des Hochschulfreiheitsgesetzes!

7. Verbot eines Hochschulrates!

8. Erweiterung des Mitbestimmungsrechts von Studierenden!

FORDERUNGEN FÜR WUPPERTAL

Zunächst gilt: Die Studierenden der Bergischen Universität Wuppertal sind in jedem Falle aufgerufen, ihre Gestaltungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Ein bloßes “Beschweren” hilft kaum, will man wirklich etwas verbessern. Darum sind alle Studentinnen und Studenten aufgefordert, sich an Wahlen zu beteiligen, in Fachschaften stark zu machen und die Veränderungen an unserer Hochschule aufmerksam und kritisch zu verfolgen, um ggf. Verbesserungsvorschläge zu machen und etwaige Prozesse zu bewerten.

Vom Rektorat der Bergischen Universität fordern wir neben der Anerkennung der Missstände grundsätzlich, unsere Belange als Vertretung der Studierendenschaft der Bergischen Universität Wuppertal von der Politik mit allem Nachdruck einzufordern! Dies gilt insbesondere für jene Forderungen, deren Umsetzung noch nicht im Gange ist, oder als unmöglich angesehen wird. Eine Argumentation für irgendeinen der von uns kritisierten Zustände von Rektoratsseite auf reiner Sachzwangebene verurteilen wir aufs Schärfste, da sie entweder mangelnde Auseinandersetzung mit der aktuellen (Bildungs-) Politik, oder, schlimmer noch, deren Gutheißung vermuten lässt.

Wir fordern:

1. Abschaffung der Studiengebühren!
Studiengebühren sind aus gesellschafts-, sozial- und bildungspolitischen Gründen abzulehnen. Sie lösen kein einziges Problem, sondern verschärfen die Krise des Bildungssystems. Das Rektorat muss anerkennen, dass Studiengebühren kein Naturgesetz sind, sondern politisch gewollt. Sie wurden hier an dieser Universität beschlossen und können an dieser Universität wieder abgeschafft werden. Darum fordern wir an dieser Stelle überdies nochmals vom Rektor die energische Einforderung eines landesweit gesetzlich verankerten Studiengebührenverbots. Studiengebühren in jeglicher Form müssen schnellstmöglich abgeschafft werden.

2. Verbesserung der Lehre durch mehr Professorenstellen!
Um der Masse an Studierenden an der Bergischen Universität Wuppertal gerecht zu werden, fordern wir eine Ausweitung des Lehrangebots. Vom Großteil der Studierenden der BUW wird die Qualität der Lehre positiv eingeschätzt, als nachteilig wird die Quantität der angebotenen Lehrveranstaltungen angesehen. Darum ist es unbedingt notwendig, neue und unbefristete Stellen für Professorinnen und Professoren zu schaffen, weil sie langfristig und nachhaltig die Qualität der Lehre sichern, Prüfungen abnehmen dürfen, die Mangelsituation erheblich entlasten und außerdem Forschung betreiben. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass — kurzfristig eingerichtete — Vertretungsstellen die eigentliche Lehre übernehmen.

3. Seminarplatzgarantien für alle Studierenden!
Allen Studierenden muss eine Mindestanzahl an Seminarplätzen zugesichert werden, die den Studienempfehlungen der einzelnen Fachbereiche entsprechen soll. Es ist nicht länger hinnehmbar, dass Studierende in einer ungerechten Verlosungspraktik um jeden einzelnen Seminarplatz kämpfen müssen.

4. Ausweitung der Befugnisse der Beschwerdeanlaufstelle (QSL) und dessen unabhängige Finanzierung — nicht aus Studiengebühren!
„Seminarrauswürfe“ müssen offiziell bestätigt werden und die Hochschulleitung muss diesen Personen beizustehen versuchen. Jedem, der einen von der Studienordnung vorgeschriebenen Kurs nicht belegen konnte, muss mindestens ein Ersatzkurs im nächsten Semester garantiert werden.

5. Studiengänge studierbar machen!
Bestehende Studienordnungen sollen zusammen mit studentischen Vertreterinnen und Vertretern der einzelnen Fachbereiche so überarbeitet werden, dass sie auch studierbar sind. Dies beinhaltet auch die Einführung von Teilzeitstudiengängen, welche bspw. Studierenden mit Kindern entgegenkommen. In jedem Fall muss die Tatsache berücksichtigt werden, dass die überwiegende Mehrheit der Studierenden neben dem Studium arbeitet und somit einer Doppelbelastung ausgesetzt ist. Die Studienanforderungen müssen angepasst werden — dieser Prozess ist im Gange, aber er bedarf einer permanenten Reflexion auch von Studierendenseite. Die restriktiven Modulanforderungen müssen gelockert werden, um ein interessengeleitetes Studium wieder zu ermöglichen.

6. Prüfungsstress abbauen!
Das permanente Abprüfen der Studierenden in den BA/MA-Studiengängen muss abgeschafft werden, da Studierende sonst während des gesamten Studiums nur noch auf „Scheinjagd“ gehen. Prüfungsphasen müssen zeitlich entzerrt werden. In jedem Fall muss ermöglicht werden, dass sich alle Studierenden, die sich für eine Prüfung angemeldet haben, von dieser auch kurzfristig wieder abmelden können, ohne negative Konsequenzen wie gezählte Fehlversuche o.ä. fürchten zu müssen. Generell müssen zu allen Prüfungen in allen Fachbereichen zeitnahe Nachprüfungsmöglichkeiten als verpflichtend festgeschrieben werden. Des Weiteren muss in Zukunft auf jegliche Kontrolle der Anwesenheit Studierender verzichtet werden, da eine Prüfung lediglich Druck erzeugt und keinen konstruktiven Beitrag zum Lernerfolg leistet.

7. Ein allgemeines Recht auf einen Masterstudienplatz!
Der Bachelor ist in der gegenwärtigen Ausgestaltung nur auf dem Papier ein vollwertiger Studienabschluss. Allen Studierenden muss ermöglicht werden, sich direkt zu Beginn ihres Studiums für den von ihnen angestrebten Masterstudiengang einzuschreiben. Der Master muss der reguläre Studienabschluss aller Studierenden an unserer Universität sein.

8. Mehr Kindergartenplätze!
Die mehrseitigen Wartelisten des Universitätskindergartens zeigen es überdeutlich: das Betreuungsangebot für Kinder muss erweitert werden. Es muss ein Betreuungsanspruch für alle Kinder von Hochschulangehörigen garantiert werden. Die Betreuungszeiten müssen an die Bedürfnisse der Hochschlangehörigen angepasst werden. Dem Hochschulkindergarten soll nicht nur eine symbolische Funktion zugeschrieben werden!

9. Mehr für den Universitätsbetrieb geeignete Räume!
Es darf nicht mehr sein, dass sich Studierende, die eine Lehrveranstaltung besuchen wollen, bis auf den Gang stapeln. Auch Lehrveranstaltungen in einem Kinosaal ohne Schreibmöglichkeiten abzuhalten lehnen wir ab. Den Umbau des Gebäudes K betrachten wir als einen guten ersten Schritt auf dem Weg zur Entspannung der Raumsituation, jedoch müssen langfristig — gerade in Hinblick auf den doppelten Abiturjahrgang 2013 — wesentlich mehr Hörsäle und in erster Linie Seminarräume geschaffen werden. Kurzfristig müssen auch schon für das kommende Semester zusätzliche Raumangebote geschaffen werden, was z.B. durch das Aufstellen von Containern, eine flexiblere Raumplanung, die Nutzung von Schulungszentren oder notfalls von zu bestimmten Zeiten leer stehenden Räumen der Schulen Wuppertals geschehen kann.

10. Eine bessere technische Ausstattung aller Seminarräume und Hörsäle!
Es muss immer eine Tafel, ein funktionierender Tageslichtprojektor mit geeigneter Projektionsfläche, mehrere — nicht lebensgefährliche — Steckdosen, eine angemessene Anzahl nicht einsturzgefährdeter Tische und Stühle, ein der Würde der Veranstaltung angemessener Tisch für die Lehrperson und ein Rednerpult vorhanden sein. Des Weiteren muss der fachspezifische Bedarf an Arbeitsmaterialien gedeckt werden. Unter Arbeitsmaterialien verstehen wir nicht nur eine ausreichende Menge an Kopien oder Kreide, sondern auch Anschauungsmaterial, Laborausstattung und Werkmaterialien.

11. Ein allgemeingültiges Kursanmeldesystem!
Die bis dato vorhandenen Anmeldesysteme sind für jeden Menschen ein einziger Albtraum. Niemand kann behaupten, dass das derzeitige moodle-WUSEL-Chaos der Professionalität einer Universität entspricht. Darüber hinaus müssen Kurse, für die sich viel mehr Studierende angemeldet haben, als Plätze vorhanden sind, mehrmals angeboten werden. Wünschenswert ist ein einheitlicher Anmeldezeitraum für alle anmeldepflichtigen Veranstaltungen. Solche, die keine Anmeldepflicht voraussetzen, müssen auch weiterhin ohne Anmeldung belegbar sein. Langfristig ist ein völliger Verzicht auf Anmeldungen anzustreben, da bei einer ausreichenden Anzahl an Kursen mit einer natürlichen Verteilung der Studierenden zu rechnen ist. Wenn WUSEL weiterhin verwendet werden soll, muss es überarbeitet werden, die momentane Handhabung ist unzumutbar. Im Zuge der Überarbeitung der Anmeldesysteme muss auch die bisherige Scheinpolitik an die Gegenwart angepasst werden. Die Teilnahme- und Leistungsnachweise müssen online bereitgestellt werden, um unnötigen Arbeitsaufwand auf Studierenden- und Sekretariatsseite zu vermeiden. Bei allen Neuerungen ist unbedingt der Datenschutz der Studierenden zu beachten, der bspw. bei der Plattform moodle nicht in einem zufrieden stellenden Maße gegeben ist!

12. Fristverlängerung für auslaufende Studienordnungen!
Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass es viel zu wenige Kursplätze für alle Studierenden gibt, müssen die Fristen für auslaufende Studiengänge verlängert werden, sodass niemand ohne Abschluss die Universität verlassen muss oder in einen Bachelor- bzw. Masterstudiengang zwangsumgeschrieben wird.

13. Massive Erweiterung des Angebots der Bibliothek!
Es muss mehr und aktuelle Bücher und wissenschaftliche Zeitschriften geben. Begehrte Bücher müssen mehrfach angeschafft und die elektronische Datenbank erweitert werden. Es muss mehr Fachpersonal geben, welches auch für Beratungen zur Verfügung steht. Es ist bezeichnend, dass bei der ohnehin zweifelhaften sog. Eva-Quest 2009-Befragung keine einzige Frage zum Literaturangebot der Bibliothek zu finden war. Die Möglichkeit Anschaffungsvorschläge zu machen muss besser beworben, genutzt und zeitnah bearbeitet werden.

14. Ausweitung der Orientierungs- und Beratungsangebote für Studienanfängerinnen und –anfänger!
Die Angebote der Einführungswoche müssen bedarfsdeckend ausgebaut werden. Über die Einführungswoche hinaus soll es mehr Kurse zur Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten und in Präsentationstechniken geben. Solche Maßnahmen dürfen keinesfalls aus Studiengebühren gezahlt werden!

15. Recht auf einen Versammlungsraum!
Wir, die Wuppertaler Studierendenschaft, benötigen dringend einen Raum, in dem politische Versammlungen etc. unabhängig von Öffnungszeiten der Hochschule stattfinden können. Der Raum auf der AStA-Ebene reicht nicht aus.

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