BILDUNGSSTREIK WUPPERTAL

HS21: Pressespiegel

Donnerstag, 19.11.09

Uni-Protest: viel Verständnis außer vom CDU-Nachwuchs

Die Besetzung eines Hörsaals an der Wuppertaler Uni geht weiter – und trifft durchweg auf Zustimmung. Seit gestern Abend halten Studenten den Hörsaal besetzt – sie übernachten auch dort. Allerdings fällt keine Veranstaltung deswegen aus. Die protestierenden Studenten selbst sorgen dafür, dass jedes Seminar und jede Vorlesung stattfinden kann und organisieren Ersatzräume.
Offenbar in Unkenntnis der Lage greift die CDU-Jugendorganisation Junge Union die Protestler scharf an. Die JU wirft ihen Ignoranz und Anmaßung vor und behauptet, der „ordnungsgemäße Ablauf von Veranstaltungen lernwilliger Studenten“ sei gestört.
Der Protest an der Uni richtet sich gegen die Studienbedingungen und -gebühren. Selbst der Uni-Rektor hat Verständnis dafür geäußert.

Beitrag bei Radio Wuppertal …

… kann hier angehört werden.

wupperguide: Studenten besetzen Wuppertaler Uni-Hörsaal

Seit Mittwochabend, 18. November 2009, halten rund 40 Studenten der Bergischen Universität Wuppertal einen Hörsaal besetzt. “Es geht darum sich mit den streikenden Studierenden der anderen Universitäten in ganz Europa zu solidarisieren, den zentralen Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks Nachdruck zu verleihen und für eine gute Lehre an der Universität Wuppertal zu kämpfen”, heißt es zu den Gründen für die Demonstration von Seiten der Besetzer.

Elberfeld. (red) Rund 40 Studenten gingen am Mittwochabend, 18. Dezember 2009, nach der Uni nicht nach Hause. Sie trafen sich, um nach ersten Besprechungen und einer Teilnahme an einer Demonstration des Berufskollegs Kohlstraße an den Tagen zuvor nach demokratischer Abstimmung nun doch einen Hörsaal in der Bergischen Universität Wuppertal zu besetzen.

“Es geht darum sich mit den streikenden Studierenden der anderen Universitäten in ganz Europa zu solidarisieren, den zentralen Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks Nachdruck zu verleihen und für eine gute Lehre an der Universität Wuppertal zu kämpfen”, begründen die Studenten ihre Entscheidung. In zahlreichen anderen Universitäten hatten bereits zuvor Studenten Hörsäle besetzt, um auf ihre Situation nach Reformen der vor einigen Semestern eingeführten Bachelor-Master-Studiengänge und besseren Studienbedingungen aufmerksam zu machen.

Ihren Protest übertragen die Wuppertaler Studenten dabei zeitweise live ins Internet. Mit einem Stream sowie aktuellen Informationen über den Kurznachrichtendienst twitter hielten sie am Mittwochabend Außenstehende auf dem Laufenden und sorgten für “Verstärkung”. Gegen 22.00 Uhr hatte sich nämlich der Sicherheitsdienst der Universität angekündigt und verlauten lassen, die Polizei zu rufen, sollte der Hörsaal nicht geräumt werden. Nach einigen (telefonischen) Verhandlungen konnten die Studenten bleiben und sicherten zu, sich friedlich zu verhalten.

Dass trotz ihrer Besetzung eines Hörsaals keine Veranstaltungen ausfallen, dafür sorgen die Besetzer selbst. In Rücksprache mit den Dozenten wurde bereits ein “Ausweichplan” ausgearbeitet und Vorlesungen in andere Räume verlegt. “Die Dozenten werden gebeten, den Bildungsstreik zu thematisieren und mit uns in einen Dialog treten”, heißt es in einer Mitteilung der Studenten. “In der Zeit, in der der Hörsaal nicht genutzt wird, wird ein Programm mit offenen Plenen und Diskussionen stattfinden.” Das erste offene Plenum im besetzten Hörsaal 21 findet am Donnerstagnachmittag, 19. November 2009, um 16.00 Uhr statt.

Den Dialog suchen wollen die Studenten auch mit der Uni-Leitung sowie Politikern. Wuppertals SPD-Bundestagsabgeordneter Manfred Zöllmer hatte bereits am Mittwoch bekundet, dass die Zeit der Lippenbekenntnisse vorbei sein müsse. “Die Studierenden und die Hochschulen warten auf Lösungen, nicht auf weitere Gipfel oder Runde Tische.”
Von: Marcus Müller

Westdeutsche Zeitung: Studenten besetzen Hörsaal der Bergischen Uni

Wuppertal. Im Rahmen der bundesweiten Studierendenproteste haben Studenten der Bergischen Universität in der Nacht auf heute einen Hörsaal besetzt. Zuvor hatten sich nach WZ-Informationen gestern Abend etwa 70 Studenten zu einer Vollversammmlung getroffen. Die war schon einmal am Montag anberaumt worden, damals hatte es keine Mehrheit für eine Hörsaalbesetzung gegeben – gestern Abend schließlich erteilte der Großteil seine Zustimmung.

Die ersten Meldungen dazu gingen kurz darauf über den Online-Nachrichtendienst Twitter. So twitterte ein User: „gerade abstimmung über die grundsätzliche frage der besetzung. sehr große mehrheit dafür“.

Ein Student, der namentlich nicht genannt werden möchte, berichtet gegenüber der WZ, dass etwa 20 Studenten letztlich die gesamte Nacht in Hörsaal 21 zugebracht hätten. Zwischenzeitlich habe der Sicherheitsdienst der Universität damit gedroht, die Polizei zu informieren. Schließlich aber sei es den Studierenden von Seiten des Gebäudemanagements gestattet worden, auch noch eine weitere Nacht im Hörsaal zu verbringen, „wenn wir uns anständig benehmen“. Das bestätigt auch Uni-Sprecherin Maren Wagner: „So lange alles friedlich und ruhig verläuft, können die Studenten im Hörsaal bleiben.“

Die Nacht hätten die Studenten damit zugebracht, in Arbeitsgruppen Ziele zu formulieren. Die Dozenten seien per Email über die Besetzung informiert worden, „wir wollen nicht auf Konfrontation gehen“.

Für den heutigen Tag waren mehrere Vorlesungen für Hörsaal 21 geplant. Bis auf eine Vorlesung wurden sie alle in andere Räume verlegt. Um 16 Uhr ist eine weitere Vollversammlung in Hörsaal 21 geplant. Da Ziel der Proteste, so erklärt ein Student, bestünde darin, „die Kommerzialisierung des Bildungswesens zu diskutieren.“ Speziell solle das Bachelor-Master-System überarbeitet werden. Die Studenten erhofften sich nun ein Gespräch mit der Uni-Leitung. „Dort ist bislang keine Anfrage der Studierenden eingegangen“, sagt Uni-Sprecherin Maren Wagner.

Radio Wuppertal: Hörsaal an der Uni besetzt

Auch an der Wuppertaler Uni wird seit gestern ein Hörsaal besetzt. Rund 40 Studenten hatten sich am Abend spontan entschlossen, in dem Hörsaal 21 der Uni zu übernachten. Von den Studenten heißt es, zwar sei der Sicherheitsdienst auf sie aufmerksam geworden. Die Verwaltung der Universität habe dann aber zugesichert, den Hörsaal nicht zu räumen. Allerdings wollen die Studenten auch keine Veranstaltungen stören – die Professoren weichen auf andere Räume aus. Die Studenten wollen auch die kommenden Nächte in dem Hörsaal verbringen. Dazu soll es Kinoabende geben. Außerdem hätten schon Dozenten zugesagt, abends Vorträge in dem besetzten Hörsaal zu halten.

Westdeutsche Zeitung: Uni-Rektor Koch: „Habe Verständis, dass Forderungen gestellt werden“

Wuppertal. An der Bergischen Uni haben in der vergangenen Nacht Studierende einen Hörsaal besetzt, um für bessere Studienbedingungen zu demonstrieren. Heute findet um 16 Uhr eine Vollversammlung in Hörsaal 21 statt. Laut eines Studierenden, der die Nacht in der Uni verbracht hat, ginge es den Protestteilnehmern auch darum, Gespräche mit der Uni-Leitung zu führen. Die WZ hat bei Uni-Rektor Lambert T. Koch nachgefragt. Er sagt: „Bisher haben Sie uns nicht eingeladen, wir haben aber ein höfliches Schreiben an uns geschickt, in dem sie sich den zentralen Forderungen des bundesweiten Bildungsstreiks angeschlossen haben.“

Er bekräftigte, dass auch die Uni-Leitung bei den Bacheklor- und Masterstudiengängen einen Verbesserungsbedarf sieht: „Es gibt sicherlich Studiengänge, wo das Prüfungssystem besser organisiert werden kann. Da sind wir dran. Bei den Wirtschaftswissenschaften haben wir zum Beispiel schon einiges verbessert.“

Für die Proteste der Studierenden äußert Koch verhaltenes Verständnis, verweist aber darauf, dass an der Uni viel getan wird: „Ich denke, diejenigen denen es um die Sache geht, das kann ich nicht verurteilen. Wir müssen hören was die sagen. Wir investieren erheblich in Um- und Neubauten. Unser neues Hörsaal-Zentrum wird im nächsten Herbst fertig sein.“ Würde er um 16 Uhr an der Vollversammlung teilnehmen, wenn er denn bisdahin eingeladen würde? Koch: „Ich kann heute um 16 Uhr nicht, das ist keine Frage des Willens, sondern meines Terminplans.“

WDR Wuppertal: Nächtliche Hörsaalblockade

Studenten der Bergischen Universität in Wuppertal haben in der Nacht (19.11.09) einen Hörsaal besetzt, um für bessere Lernbedingungen und gegen Studiengebühren zu demonstrieren. Der Wachdienst der Hochschule hatte zwischenzeitlich angedroht das Gebäude von der Polizei räumen zu lassen. Etwa 40 Studenten hatten in den Abendstunden einen Hörsaal am Campus für besetzt erklärt. Da die Universität um 22 Uhr regulär geschlossen wird, hatte der Sicherheitsdienst die Räumung durch die Polizei angedroht. Die Studenten zeigten sich wenig beeindruckt und wollten ausharren. Die per Telefon informierte Universitätsleitung entschied sich schließlich auf eine gewaltsame Auflösung der Blockade zu verzichten. Ein Sprecher erklärte, die Argumente der Studenten seien schließlich nicht von der Hand zu weisen. Die Besetzung des Hörsaals soll heute fortgesetzt werden. Die Organisatoren wollen dabei allerdings den Lehrbetrieb nach Möglichkeit nicht behindern. (Reporter: René Rabenschlag)

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